Leserbriefe sind im Kanton Schaffhausen sehr beliebt und werden deshalb rege genutzt. Es ist jedoch eine Tatsache, dass nicht alle (viele) von den Zeitungen veröffentlich werden. Deshalb soll hier die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Leserbriefe im Zusammenhang mit der EVP Schaffhausen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.
Simon Furter, Schaffhausen
Nein zur Scheinlösung der SVP
«Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.» Dieses Zitat des Ökonomen Niko Paech gilt auch für die Schweiz, in der wir auf viel zu grossem Fuss leben. Wir sollten daher bei unserem verschwenderischen Lebensstil ansetzen: Ein Drittel der Nahrungsmittel wird weggeworfen, ein Drittel unseres Stromverbrauchs wird unnötig vergeudet und die Wohnfläche pro Kopf, die stetig zunimmt, ist etwa um ein Drittel zu hoch. Doch beim Masshalten setzt die SVP-Nachhaltigkeitsinitiative nicht an, denn unser Wohlstand soll ohne Einschränkungen erhalten bleiben. So schliesst man halt einfach die Tür zum «Paradies Schweiz», damit wir die knapper werdenden Ressourcen nicht mit noch mehr Leuten teilen müssen. Das ist purer Egoismus und hat mit Nachhaltigkeit wenig zu tun. Die Initiative bietet auch keine Ansätze zu den tiefer liegenden Umweltproblemen an: Konsumüberfluss, Zersiedelung, Artenverlust, Klimaerhitzung und Abhängigkeit von fossiler Energie. Darum ein klares Nein von mir zu dieser Scheinlösung!
Daniel Wulle-Stamm, Beringen
Unnötig neues Zivildienstgesetz
Es ist bedenklich, was die Verschärfung des Zivildienstgesetzes vorsieht. Die Anzahl der Zivil-dienstleistenden soll massiv reduziert werden. Somit fehlen diese meistens jungen Menschen für einen Dienst in der Gesellschaft, z.B. im Sozial-, Schul- und Gesundheitswesen, im Natur- und Umweltschutz sowie in der Land- und Alpenwirtschaft. Wird dieser Zugang erschwert, droht ein spürbarer Leistungsabbau in genau jenen Bereichen, die bereits heute stark gefordert sind. Der Zivildienst ist essenziell, denn diese wichtigen Dienstleistenden sind dort im Einsatz, wo oft das Personal fehlt und die Entlastung des Personals wertvoll ist. Dies habe ich immer wieder als Direktbetroffener in meinem Beruf der Pflege in Alters- und Pflegezentren erlebt, nämlich wie Dienstleistende meistens «mit dem Herz am richtigen Fleck» gewinnbringend und unterstützend in einem Betrieb mitarbeiteten. Wer aus Gewissensgründen keinen Militärdienst mehr leisten kann, darf nicht mit zusätzlichen Hürden bestraft werden. Dazu kommt, dass sich medizinisch jede Person ausmustern lassen kann. Ob diese Vorlage den Armeebestand nachhaltig sichert, ist unklar. Dazu kommt, dass die Armee seit Jahren mehr Soldatinnen und Soldaten als vorge-schrieben aufweist. Deshalb stimme ich aus Überzeugung Nein zum unnötigen neuen Zivil-dienstgesetz.